Sozialpädiatrieprojekt: Doppelt ausgezeichnet!

Datum: 19.06.2019

Tim Müller, Autismustherapeut aus Münster im Sozialpädiatrie-Projektteam, ist für se...

Weiterlesen ...

Versteigerung für Mutter-Kind-Klinik

Datum: 08.05.2019

Seit 2016 unterstützen die Lörracher Brüder Florian und Tim Porsche den Bau der Früh...

Weiterlesen ...

Jahresbericht 2018 - ARCHEMED

Datum: 29.03.2019

Hier können Sie den Jahresbericht 2018 einsehen. Er informiert Sie über die wesentlich...

Weiterlesen ...

In Barentu, der Hauptstadt der Provinz Gash Berka im Südwesten Eritreas, unterstützen wir den Aufbau eines medizinischen Zentrums für Mütter und Kinder. Das Krankenhaus wurde im Jahr 2006 von der Weltbank errichtet und ist das einzige größere Versorgungszentrum der Region, die mit ca. 800.000 Einwohner zu den bevölkerungsreichsten Eritreas zählt. Im Jahr 2011 wurde auf Wunsch der lokalen Gesundheitsbeauftragten ein Kooperationsprojekt zwischen ARCHEMED, der Universitätsklinik Charité und der Klinik in Barentu ins Leben gerufen. Seitdem reisen Kinderärzte, Kinderkrankenschwestern, Hebammen, Geburtshelfer und Techniker zweimal im Jahr nach Barentu, um gemeinsam mit den eritreischen Ärzten und Pflegern vor Ort schrittweise entscheidende Veränderungen vorzunehmen.
Zunächst wurde am Beispiel der Projekte in Asmara und Keren der Fokus auf den Aufbau eines Perinatalzentrums gelegt. Hierfür wurden Räumlichkeiten für die Neugeborenenstation ausgestattet. Zeitgleich wurde die bereits bestehende Geburtshilfe mit Materialien und wichtigen medizinischen Geräten, wie zum Beispiel einem Ultraschallgerät, versorgt. In regelmäßigen Schulungen mit Unterricht am Krankenbett und praktischen Trainingseinheiten werden seither die Hauptursachen für das Erkranken und Versterben von Müttern und Neugeborenen behandelt. Zuvor waren Schwangere mit komplizierten Geburtsverläufen und Neugeborene mit einem niedrigen Geburtsgewicht oder Infektionen ihrem Schicksal überlassen. Jetzt können diese Frauen und Kinder behandelt werden, wobei Prävention eine wichtige Rolle spielt. Das Engagement der Ärzte und Pfleger vor Ort wächst, Handlungsleitlinien für den klinischen Alltag werden kontinuierlich erarbeitet und eingeübt.
Im weiteren Verlauf richtete sich unser Augenmerk auch auf die Versorgung der älteren Säuglinge und Kleinkinder. Mangelernährung und schwere Infektionskrankheiten wie Lungenentzündungen oder Durchfallerkrankungen zählen hier zu den lebensbedrohlichen Krankheitsbildern. Zur Verbesserung der Prognose der schwer kranken Kinder wurden Räume für kritisch kranke Patienten umgebaut und ausgestattet. Auch die anderen Räume der Kinderheilkunde werden bei jedem Aufenthalt zunehmend instandgesetzt. 
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Verbesserung der Versorgung mit Wasser, Strom und Sauerstoff durch unser technisches Team. Hier konnte zum Beispiel durch die Installation eines automatischen Umschaltkreises zwischen Stadtstrom und Solarstrom eine kontinuierliche Versorgung der wichtigsten Patientenräume erreicht werden. Die Versorgung mit Wasser ist weiterhin kritisch, aber vor allem für die Durchsetzung von Hygienestandards essentiell. Die Sauerstoffversorgung wird zurzeit durch Sauerstoffkonzentratoren gewährleistet, die jedoch unter den gegebenen Witterungsverhältnissen anfällig sind und regelmäßige Wartungen und Reparaturen benötigen. Langfristig möchten wir eine kontinuierliche Versorgung mit Wasser, Strom und Sauerstoff des Perinatalzentrums sowie der Kinderstation gewährleisten.
Unser Projekt basiert auf der Ausbildung des einheimischen Personals und der Kooperation zwischen deutschen und eritreischen Ärzten und Pflegern auf Augenhöhe. Für die adäquate Versorgung der Mütter und Kinder im Krankenhaus unterstützen wir unsere Kollegen vor Ort auch in der Bereitstellung und Instandhaltung medizinischer Geräte und einer gesicherten Versorgung mit lebensrettenden Medikamenten. Der neue Standard hat sich herumgesprochen, die Bevölkerung fasst Vertrauen. Die Zahl der Geburten und der behandelten Kinder in der Klinik steigt. So wurden 2015 1200 Frauen entbunden und 300 Neugeborene und 1100 Kinder unter fünf Jahren behandelt.
Durch die stetig wachsende Partnerschaft zwischen den eritreischen Kollegen, der Charité und ARCHEMED hoffen wir, die Gesundheit von Müttern und Kindern in der Region Gash Berka nachhaltig zu verbessern.

PROJEKTLEITUNG: Dr. Katharina Marggraf, Berlin

                                Dr. Carolin Meinus, Berlin

                                Dr. Andreas Nonnenmacher, Berlin

Medizinisch humanitäre Hilfe
für Kinder in Not

Seit Vereinsgründung 2010 engagiert sich ARCHEMED in dem kleinen Land am Roten Meer. Eritrea gehört seit 1994 zu den sog. Least Developed Countries (LDC), ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, der die 48 am wenigsten entwickelten Länder beschreibt („Vierte Welt“).

Nach 30 Jahren Befreiungskrieg von Äthiopien ist das Land innerlich ausgeblutet. Ein weiterer Krieg mit Äthiopien 1998-2000 und eine mehrjährige Dürrekatastrophe danach haben dem Land erneut sehr geschadet. Es herrscht Mangel an materiellen und humanen Ressourcen. Mangel kennzeichnet auch das eritreische Gesundheitswesen: Es gibt zu wenig Ärzte (< 1 Arzt pro 10.000 Einwohner), Schwestern und Hebammen. Frühgeborene und erkrankte Neugeborene hatten früher kaum eine Überlebenschance.

Vor unserem Einsatz gab es keine medizinische Versorgung für Frühgeborene und kranke Säuglinge und keine Kinderchirurgie. Kinder mit angeborenen Herzfehlern starben unerkannt und unbehandelt. Allerdings: Impfprogramme, Verbot der genitalen Beschneidung von Mädchen, Bekämpfung der HIV-Infektionen und nicht zuletzt die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit im Sinne der Millenniumsziele der Vereinten Nationen sind in Eritrea erfolgreich und vorbildlich für ganz Afrika.