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Senta Berger in Eritrea

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Gute Fortschritte in Doroq

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Kinderheilkunde und Geburtshilfe Keren

 

Die seit Jahren schon durch ARCHEMED unterstützte Neugeborenenmedizin in der Hauptstadt Asmara führte bei den Eritreern und bei uns zum Wunsch, auch in den Provinzkliniken Eritreas eine solche Versorgungseinheit für Frühgeborene und kranke Neugeborene zusammen mit der dazugehörigen Geburtshilfe unter einem Dach (Perinatalzentrum) aufzubauen. Als nächst größere Stadt Eritreas in der Provinz Anseba, 80 km von Asmara entfernt, bot sich Keren mit dem dortigen Referenzhospital an.

 

Seit 2010 fahren jährlich im Frühjahr und Herbst Teams aus Kinderkrankenschwestern, Medizintechnikern, Handwerkern und Kinderärzten für jeweils zwei Wochen in diese Stadt. Zunächst wurde in der bestehenden Kinderklinik des Keren Hospitals ein Spezialzimmer eingerichtet und mit der nötigen Ausstattung versehen, in welchem kranke Neugeborene und Frühgeborene mit den zunächst möglichen Intensivmaßnahmen behandeln werden können. Das dazu nötige theoretische und Erfahrungswissen wurde seither vermittelt, um die eritreischen Partner allmählich auf die bevorstehende eigene Aufgabe im geplanten Perinatalzentrum vorzubereiten. Dabei wurde auch immer schon die Geburtshilfe mit einbezogen, um die bei uns übliche Zusammenarbeit zum Wohle der neugeborenen Kinder zu fördern. Im fertigen Neubau wird diese Zusammenarbeit dann „Tür an Tür“ möglich sein.

 

Die vorbereitende Tätigkeit in Deutschland ist in erster Linie die Materialbeschaffung, d.h. eine Mindestausstattung an einsetzbaren Geräten, gemessen am Fortschritt der medizinischen Möglichkeiten vor Ort. In Eritrea kommt es dann zur Schulung und Beratung der mittlerweile freundschaftlich sehr verbundenen Partner in Keren. Die  Kinderkrankenschwestern, Medizintechniker und Handwerker, Kinderärztinnen und Kinderärzte, die hauptsächlich aus dem Raum Lippstadt und Ahlen, aber auch aus anderen Regionen wie Berlin und Potsdam kommen, sind überwiegend noch berufstätig und benutzen einen Teil ihres Jahresurlaubs zur Eritreareise – auch Ruheständler sind dabei.

 

Erfolge zeichnen sich ab: die Zahlen der Geburten im Keren Hospital steigerte sich von 1966 Geburten im Jahre 2010 auf 2912 im Jahr 2016. Das mag Folge der Tatsache sein, dass sich in der Region herumgesprochen hat, dass im Hospital nun eine wesentlich bessere Versorgung von Mutter und Kind, besonders auch in Notfällen, möglich ist. Aber noch viele Geburten finden in den entlegenen Dörfern in Hütten statt, weil die Entfernungen groß und keine Transportmöglichkeiten vorhanden sind. Die Aufnahmezahlen in der Neugeborenen-Intensivstation NICU (= Neonatal Intensive Care Unit) sind von 129 in 2010 auf 515 im Jahr 2016 gestiegen. Davon werden je Einsatz 18 bis 22 Kinder von den deutschen Teams betreut. In der derzeitigen Situation herrschen aber erhebliche räumliche Einschränkungen, die durch die Fertigstellung des Neubaus hoffentlich aufgehoben sind.

 

Neben der Neugeborenen-Medizin setzt sich das Team auch für Hilfe in der Allgemeinen Kinderheilkunde ein. Diese weiter zu unterstützen und diese Unterstützung auszubauen, ist fester Bestandteil der weiteren Planung.

 

PROJEKTLEITUNG: Dr. Rainer Uhlig, Lippstadt

Medizinisch humanitäre Hilfe
für Kinder in Not

Seit Vereinsgründung 2010 engagiert sich ARCHEMED in dem kleinen Land am Roten Meer. Eritrea gehört seit 1994 zu den sog. Least Developed Countries (LDC), ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, der die 48 am wenigsten entwickelten Länder beschreibt („Vierte Welt“).

Nach 30 Jahren Befreiungskrieg von Äthiopien ist das Land innerlich ausgeblutet. Ein weiterer Krieg mit Äthiopien 1998-2000 und eine mehrjährige Dürrekatastrophe danach haben dem Land erneut sehr geschadet. Es herrscht Mangel an materiellen und humanen Ressourcen. Mangel kennzeichnet auch das eritreische Gesundheitswesen: Es gibt zu wenig Ärzte (< 1 Arzt pro 10.000 Einwohner), Schwestern und Hebammen. Frühgeborene und erkrankte Neugeborene hatten früher kaum eine Überlebenschance.

Vor unserem Einsatz gab es keine medizinische Versorgung für Frühgeborene und kranke Säuglinge und keine Kinderchirurgie. Kinder mit angeborenen Herzfehlern starben unerkannt und unbehandelt. Allerdings: Impfprogramme, Verbot der genitalen Beschneidung von Mädchen, Bekämpfung der HIV-Infektionen und nicht zuletzt die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit im Sinne der Millenniumsziele der Vereinten Nationen sind in Eritrea erfolgreich und vorbildlich für ganz Afrika.