Kleines Mädchen, großer Mut: Naomi kämpft gegen den Krebs
Archemed ermöglicht lebenswichtige Therapie und stärkt onkologische Strukturen in Eritrea
Möhnesee/Asmara, 6. November 2025. Anfang August erreichte Archemed ein dringender Hilferuf aus Eritrea: Die zweijährige Naomi war an einem Retinoblastom erkrankt – einem bösartigen Tumor der Netzhaut, der unbehandelt zur Erblindung oder sogar zum Tod führen kann. Seitdem begleitet Archemed das kleine Mädchen und ihre Mutter auf ihrem schweren, aber hoffnungsvollen Weg.
Im Sommer war der Tumor bereits so weit fortgeschritten, dass die Zeit drängte. In Eritrea konnten zunächst wichtige Voruntersuchungen, darunter ein MRT, im Orotta Hospital in Asmara durchgeführt werden. Eine operative Behandlung war dort jedoch nicht möglich. Um Naomis Leben zu retten, musste sie schnellstmöglich in ein anderes Land gebracht werden. Zunächst wurde eine Behandlung in Deutschland erwogen; parallel prüfte Archemed Alternativen in Ostafrika.
Naomi reiste schließlich mit ihrer Mutter zur weiteren Behandlung nach Uganda. Dort wurde sie operiert und erhielt Zugang zu einer kinderonkologischen Versorgung. Inzwischen hat sie bereits ihre dritte postoperative Chemotherapie erhalten – und die Behandlung zeigt Wirkung. „Naomi ist stabil, und ihr Zustand hat sich deutlich verbessert. Das gibt uns allen Hoffnung“, berichtet Dr. Peter Schwidtal, Vorsitzender von Archemed.
Von Eritrea nach Uganda – eine Rettung in letzter Minute
In Eritrea befindet sich die Kinderonkologie noch im Aufbau. Zwar wurden unter der medizinischen Leitung von Prof. Dr. Uta Dirksen am Orotta Hospital bereits erste Strukturen für Diagnostik und Therapie geschaffen, doch beispielsweise die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten – insbesondere Chemotherapeutika – ist weiterhin stark eingeschränkt.
Naomis Fall zeigt, wie entscheidend internationale Zusammenarbeit in solchen Situationen ist. „Ein Retinoblastom ist ein aggressiver Tumor, der sich bei Säuglingen und Kleinkindern rasch ausbreiten kann. Eine frühzeitige Therapie entscheidet über Leben und Erhalt des Augenlichts“, erklärt Dr. Schwidtal. „Ohne schnelle Hilfe hätte Naomi keine Überlebenschance gehabt.“
Ein Blick auf die weltweite Situation verdeutlicht die Dringlichkeit: In Ländern mit hohem Einkommen überleben über 95 % der Kinder mit Retinoblastom. In Schwellenländern sterben hingegen bis zu 90 % der betroffenen Kinder. Die Diagnose erfolgt dort oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Weltweit erkranken jährlich rund 8.000 Kinder an einem Retinoblastom – mehr als die Hälfte von ihnen überlebt nicht.
Die Gesamtkosten der Behandlung in Uganda belaufen sich auf rund 5.000 Euro – eine Summe, die im Vergleich zu einer Behandlung in Deutschland (rund 40.000 Euro) gering erscheint, für die Familie jedoch völlig unerschwinglich wäre.
Hoffnung für Naomi – und für viele Kinder mehr
Naomis Geschichte steht stellvertretend für viele Kinder, die in Ländern mit eingeschränkten medizinischen Möglichkeiten an Krebs erkranken. „Unser Ziel ist es, dass Kinder wie Naomi künftig in ihrem Heimatland behandelt werden können“, so Dr. Schwidtal. „Deshalb investieren wir nicht nur in Einzelfallhilfe, sondern auch in Ausbildung, Ausstattung und nachhaltige Strukturen für die Kinderonkologie in Eritrea.“
Im Mittelpunkt der kinderonkologischen Arbeit in Eritrea steht zunächst die Behandlung von zwei besonders gut heilbaren Krebsarten: dem so genannten Wilmstumor, einem Nierentumor, und dem Hodgkin-Lymphom. Ein Kind mit einem Hodgkin Lymphom konnte bereits erfolgreich vor Ort behandelt werden.
Archemed bittet um Unterstützung, um diese wertvolle Arbeit fortzusetzen und Kindern wie Naomi eine Zukunft zu schenken: https://www.archemed.org/spenden/online-spende/, Spendenkonto IBAN: DE63 4145 0075 0000 0882 03 (Sparkasse Hellweg-Lippe).